Dramatische Love Story: Das Erdbeben von Basel wird Stadtgespräch

 
Das Musical Basileia
Das Musical „Basileia“ wird am 17. Oktober im Volkshaus Basel uraufgeführt.
Am 18. Oktober jährt sich zum 650. Mal das schwerste Erdbeben, das die Schweiz in geschichtlicher Zeit traf: Erdstösse und verheerende Feuer legten Basel 1356 in Schutt und Asche. Durch ein Musical, einen Roman und einen Comic lässt sich die Stadt in jene unruhigen Jahre zurückversetzen.

Das Musical „Basileia“ wird am 17. Oktober im Volkshaus Basel uraufgeführt. Es ist die Geschichte zweier ungleicher Freunde: ein verwegener Lebemann der eine, ein feinsinniger Ästhet der andere. Die Söhne konkurrierender Familien begehren dieselbe Frau, die schöne Judith. Die Liebe steht zwischen den Männern und sie steht unter keinem guten Stern. Als Jüdin muss Judith um ihr Leben fürchten und fliehen. Denn mit der Pest hält in Basel die Judenhetze Einzug.

Am Anfang waren Träume
Acht Jahre ist es her, seit Bruno Waldvogel-Frei von einem Erdbeben träumt. Der Pfarrer an der Basler Gellertkirche liess die Sache nicht auf sich beruhen, sondern erforschte die Entwicklung der Stadt in jener schicksalhaften Zeit. Die in den sieben Jahren vor dem grossen Erdbeben spielende Handlung (Musik: Stefan Mens) zeichnet die Umwälzungen nach. Die drei Hauptfiguren verkörpern dabei die für Basel prägenden Strömungen Humanismus, Christentum und Judentum.

Musical, Roman, Comic, Führungen…
Seit Monaten ist „Basileia“ am Rheinknie Stadtgespräch. Dazu trägt der historische Roman „Die Todgeweihte“ bei, den der Leipziger Autor Titus Müller, inspiriert vom Musical-Stoff, verfasst hat. Der Basler Brunnen-Verlag hat davon eine Spezialausgabe mit einem Anhang des Politologen Thomas Lachenmaier auf den Markt gebracht. Darin werden gewichtige Fragen gestellt: Wie gehen wir mit Antisemitismus um? Wie mit Katastrophen? Und was wollen uns die Ereignisse des 14. Jahrhunderts heute sagen? Das Buch hat sich in den zwei Ausgaben gegen 30’000-fach
 
Eines der Bühnenbilder
Eines der Bühnenbilder.
verkauft; in den Basler Buchhandlungen gehört es seit Monaten zu den Bestsellern. Nun ist auch in einer glanzvollen Premiere der Comic "Basileia - das Vermächtnis des Mönchs" vom selben Team nachgeschoben worden. In der deutschen Comic-Fachwelt bereits zum "Hit" erkoren.

Première am 17. Oktober
Nun läuft der Countdown für die Musical-Première mit einem hochkarätigen Ensemble am 17. Oktober. Regie führt Gian Andrea Scarello. Die Gelder für die Produktion (Budget über 1 Mio. Franken) hatte Bruno Waldvogel bei privaten Sponsoren aufzutreiben und durch Eigenleistung aufzubringen, da die öffentliche Kulturförderung Basels dem Projekt ohne überzeugende Begründung die Unterstützung verweigerte.

Dass die ferne Epoche am Rheinknie sehr wohl interessiert, zeigen laut Waldvogel der hektische Vorverkauf – bereits werden eine zweite Basler Spielzeit 2007 und Tourneen angedacht. Das Interesse für historische Stadtführungen ist stark gestiegen. Inzwischen erscheinen auch regelmässig Zeitungsartikel zum Thema Erdbeben. Der kommende Erdbeben-Fachkongress findet am 18. Oktober vor der Bühne des Musicals statt. Die Pharma-Metropole geht auf einen denkwürdigen Erdbeben-Tag zu.

Webseite zum Musical
Webseiten zum Roman „Die Todgeweihte“
Webseite des Aufbauverlag
Rezension des Basileia-Comic

Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch
Datum: 12.10.2006

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