Verfolgung der Täufer

 
Huldrych Zwingli
Huldrych Zwingli
Huldrych Zwingli, ein Priester aus dem Bergkanton Glarus, wurde 1518 Leutpriester am Zürcher Grossmünster, das heisst, er gehörte selber keinem Orden an. Zwingli erklärte seinen Zuhörern das Neue Testament in verständlichen Worten, statt nur Lesungen abzuhalten.

Er setzte sich auch gegen den Ablasshandel ein, bei dem die Kirche Geld für die Sündenvergebung und die "Errettung aus dem Fegefeuer" verlangte. Ausserdem verbot er das sogenannte Reislaufen, die bezahlten Söldnerdienste, die vor allem für die Kriege des Papstes geleistet wurden. 1523 organisierte der Rat von Zürich eine öffentliche Anhörung ("Disputation") zum Thema Bibelauslegung. Der Rat erlaubte ihm daraufhin, mit seinen Erklärungen der Bibel fortzufahren. Er stellte sich damit gegen eine Empfehlung von Papst Hadrian VI, für den Zwingli inzwischen ein Ketzer war. Dadurch übernahm der Rat an der Stelle des Papstes die Oberhoheit über die Kirche. 1525 wurde die Messe abgeschafft, die Reliquien (Gebeine von Heiligen) aus den Kirchen geräumt und das Zölibat, Prozessionen und Wallfahrten aufgehoben.

Reformation und der Humanismus
Die Reformatoren Luther und Zwingli erneuerten die Kirche des Mittelalters. Die Kirchen waren nun wieder schlicht und einfach, und die Bibel rückte wieder in den Mittelpunkt. Die Reformation in Zürich hat viele Mißstände beseitigt und die Kirche teilweise zu ihrem eigentlichen Auftrag zurückgebracht. Zwingli war aber auch Realist und Pragmatiker. Er wusste, wie sich neue Ideen in der Politik umsetzen liessen, und musste somit auch viele Kompromisse eingehen. Doch zur Dynamik und Kompromisslosigkeit der ersten Christenheit fand Zwinglis Kirche nicht mehr zurück. Zu stark war auch er vom Humanismus beeinflusst.

 
Wahlspruch des Täufermärtyrers
Wahlspruch des Täufermärtyrers Balthasar Hubmaier: "Die Wahrheit ist untödtlich."

Verfolgung der Täufer
Die Disputation von 1523 war der Durchbruch für die Reformation in der Schweiz. Mitstreiter Zwinglis wie Felix Mantz verlangten daraufhin eine konsequente Umsetzung der reformatorischen Gedanken und biblischen Lehren. Dazu gehörten die Trennung von Kirche und Staat und die Einführung der Erwachsenentaufe. In Zollikon wurden bald auch erste Taufen von Erwachsenen durchgeführt. Doch nun kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Zwingli und den Täufern. 1527 wird Felix Mantz in der Limmat ertränkt. Die Täufer flüchten in alle Teile Europas. Erst im Jahr 2004 hat sich die reformierte Landeskirche des Kantons Zürich von diesen tragischen Ereignissen distanziert.

Weiterführende Literatur und Links:
1. Peter Dürrenmatt, Schweizer Geschichte, Schweiz. Druck- und Verlagshaus AG, Zürich 1963
2. Peter H. Uhlmann Kirchengeschichte 2, unveröffentlichtes Kursmanuskript
5. Sigmund Widmer, Zürich - eine Kulturgeschichte. Fromme Ketzer, Zürich 1977



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