Kommunismus und Sozialismus

 
Karl Marx, Begründer
Karl Marx, Begründer des Kommunismus

Soziale Spannungen und Aufstieg des Kommunismus
Die ersten Unternehmer konnten einem hemmungslosen Gewinnstreben nachgehen. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts gab ihnen dazu einerseits die nötigen technischen Mittel, die Aufklärung das notwendige Gedankengebäude. Die Industriellen verlangten nach einer "sozialen Disziplinierung" der Menschen. Lange Arbeitszeiten und Kinderarbeit in den Fabriken waren die Folgen für die Unterschicht - auch in der Schweiz. Die Produktionsfortschritte (aus Sicht der Industriellen) bzw. die Ausbeutung der Arbeiter waren immens: Zwischen 1870 und 1900 verdreifachte sich die weltweite Industrieproduktion. Allmählich begannen sich die Arbeiter zu organisieren und ihre Interessen zu vertreten. 1870 wurde die Sozialdemokratische Partei der Schweiz gegründet, 1880 der Schweizerische Gewerkschaftsbund. Auch die Theorie des Kommunismus, begründet durch Karl Marx und Friedrich Engels, thematisierte die Leiden der Arbeiter. Im 20. Jahrhundert erwies sich der Kommunismus dann aber als eine zunehmend gottlose, realitätsfremde und menschenverachtende Ideologie.

Lenin in der Schweiz
Der Revolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, kam 1914 wieder in die Schweiz und wurde hier auf der Flucht vor den Behörden seines Landes aufgenommen. Zusammen mit seiner Frau Nadja Krupskaja liess er sich in Bern nieder und zog im Februar 1916 nach Zürich. Dort
 
Wladimir Iljitsch Uljanow
Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin
arbeitete er an seinem Buch "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus". Neben dem Kapitalismus kritisierte Lenin auch den Imperialismus, die Abhängigkeit unterentwickelter Gebiete von den Industrieländern, die durch direkte politische oder indirekte wirtschaftliche Herrschaft aufrechterhalten wird. Am 9. April 1917 fuhr Lenin im Zug zurück nach Russland. Sechs Monate später war er der Sieger der russischen Oktoberrevolution und führte die Ideologie des Kommunismus in Russland ein, die später noch Millionen von Menschenleben forderte.

Fall der Berliner Mauer - Untergang des Kommunismus
Die Welt und Europa war nach dem 2. Weltkrieg in zwei Blöcke gespalten. Der Kalte Krieg blieb zwar meistens kalt, aber es war eben doch ein Krieg. Die Politik des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan (1981-1989), das misslungene Afghanistan-Abenteuer der Sowjetunion (1979-1989), die Politik des Glasnost von Michael Gorbatschow (1985-1991) und der polnische Papst Johannes Paul II - sie alle trugen mit zum Fall des Kommunismus bei. Die atheistische Ideologie des Kommunismus bot für die spirituellen Fragen der Menschen keine Antwort. Auch dies war ein Grund, dass der Kommunismus als politisches und wirtschaftliches System so rasch implodierte. Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 brach die Weltmacht Kommunismus schliesslich ganz in sich zusammen. Dies verschaffte den Menschen im ehemaligen Ostblock praktisch über Nacht neue ungewohnte Freiheiten - und führte sie nicht selten in noch grössere wirtschaftliche Not. Die Welt war nicht länger dieselbe.

 
Fall der Berliner Mauer 1989
Fall der Berliner Mauer 1989
Weiterführende Literatur und Links:
1 Lenin in Zürich
2. Schweizer Geschichte, Peter Dürrenmatt, Schweiz. Druck- und Verlagshaus AG, Zürich 1963



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