Religion der Kelten

 
Keltisches Amulett
Keltisches Amulett

Die Kelten - Ein Überblick
Die Vorfahren der Schweizer waren Kelten. Das Autokennzeichen CH ("Confoederatio Helveticae") weist die Schweizer noch heute als Helvetier und somit als Kelten aus. Ein anderer keltischer Stamm waren beispielsweise die Rauraker, die vor allem in der Rheinebene nördlich von Basel lebten. Die Kelten werden als kriegerische Stämme beschrieben. Ihre Gesellschaft gliederte sich in Druiden (Priester), Krieger und das gemeine Volk. Ein tragisches Ereignis überschattete die Geschichte der Helvetier auf dem Gebiet der heutigen Schweiz: Bei ihrer Auswanderung nach Frankreich im Jahre 58 v. Chr. wurden sie vom römischen Feldherrn Julius Cäsar bei Bibracte im heutigen Burgund besiegt. Ein Teil wurde als Sklaven verkauft; der Rest kehrte besiegt in die Schweiz zurück.

Die Religion der Kelten
Die Kelten verehrten die verschiedensten Naturgewalten - Berge, Flüsse, Quellen und Bäume. Die Opfer wurden an speziellen Opferstätten erbracht, zum Beispiel unter Eichen. Auch
 
Keltische Stämme
Keltische Stämme auf dem Gebiet der heutigen Schweiz
Menschenopfer sollten die Götter, wie z.B. den Kriegsgott Teutates, günstig stimmen. Bekannt sind die Megalith-Bauten der Kelten - mächtige Steine, in strenger Ordnung nach den Gestirnen ausgerichtet. Andere Megalithen, die sogenannten Dolmen, wurden an Grabstätten errichtet oder dienten anderen religiösen Zwecken. Das Druidentum war ein Mysterienkult. Der Zugang zu spirituellem Wissen war einer kleinen Elite vorenthalten; vieles blieb geheim. Es wurde nur mündlich überliefert, und auch dies erst nach einer langen Einweihungs- und Probezeit, die der angehende Druide zu bestehen hatte. In römischer Zeit verschmolzen die keltische (gallische) und die römische Götterwelt ineinander. Viele gallo-römische Tempel entstanden damals auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, beispielsweise in Oberwinterthur oder in Tuggen. Als die ersten irischen Glaubensboten ums Jahr 600 in die Schweiz kamen, verkündigten sie auch in diesen Tempeln die gute Nachricht von Jesus Christus.

 
Keltische Ritualstätte
Keltische Ritualstätte Stonehenge in England
Im 19. Jahrhundert hat der Komponist Richard Wagner die keltisch-germanische Religion in seinen Opern wieder aufgegriffen, unter anderem im "Parsifal". Auch die Nazis begeisterten sich für die germanische Hauptgottheit Wotan, das Krieger-Jenseits Walhalla und die entsprechenden Kriegs- und Opferkulte. Sie strebten eine Wiederherstellung der keltisch-germanischen Religion an.

Der Keltische Kalender
Der Lauf der Sonne und die Jahreszeiten bestimmten den Kalender der Kelten und ihre hohen Festtage: das Lichterfest (Imbolc) im Februar, das Fruchtbarkeitsfest (Beltane) im Mai, Erntedank im August und das Totenfest (Samain) im November. Die heutige Kitschversion vom Samain, Halloween, täuscht über den blutdrünstigen Hintergrund des ursprünglichen Festes hinweg: Am 1. November sollten dem keltischen Gott Crom Cruaich Menschen geopfert werden. Auch hatten die Kelten Angst vor den Seelen von Toten, die am Samain-Tag zurückkehren könnten.

 
Keltischer Grabhügel bei Wetzikon
Keltischer Grabhügel bei Wetzikon

Keltisches Christentum
Eine dramatische Entwicklung im Keltentum spielte sich einige Jahrhunderte später auf der Insel Irland ab. Patrick, ein römischer Sklave, brachte im 5. Jahrhundert das Evangelium zu den keltischen Königen und dem damaligen Klerus, den Druiden. Durch die Kraft von Jesus Christus bewirkte Patrick Zeichen und Wunder. Nach und nach entschied sich ein keltischer Fürst nach dem andern für den christlichen Glauben und gegen das Druidentum mit seinen blutigen Ritualen und Menschenopfern.

Viele irische Kelten wurden überzeugte Christen. In ihren Klöstern wurde über Jahrhunderte ununterbrochen gebetet, zum Beispiel in Bangore nahe Belfast. Von dort stammte auch der irische Glaubensbote Columban. Anfang des 7. Jahrhunderts brachte er das Evangelium der Nächstenliebe zurück nach Kontinentaleuropa und in die Schweiz.

Der Paderborner Geschichtsprofessor Lutz E. von Padberg schreibt: "Ganz nebenbei verkündeten sie [die irischen Glaubensboten] in der Fremde das Evangelium, und so wurde der irische Sonderweg zu einem entscheidenden Anstoss für die weitere Christianisierung Europas."

 
Ausgehöhlter Kürbis
Ausgehöhlter Kürbis an „Halloween“
Weiterführende Literatur und Links:
1. Apostel Patrick in Irland: www.newadvent.org/cathen/11554a.htm
2. Internetportal Schweizer Geschichte: www.geschichte-schweiz.ch/helvetier.html
3. Jeremias Gotthelf, Der Druide, in: Kleinere Erzählungen, Band 1, Zürich o.J.
4. Lutz E. von Padberg, Die Christianisierung Europas im Mittelalter, Reclam, Stuttgart 1998
5. Sigmund Widmer, Zürich - eine Kulturgeschichte. Band Ur- und Frühzeit, Artemis-Verlag Zürich 1975
6. Stellungnahme der Schweizerischen Evangelischen Allianz zum Thema Halloween
 
Keltisches Kreuz vor der Iona Abbey
Keltisches Kreuz vor der Iona Abbey in Schottland, die durch Columban gegründet wurde.
 
Patrick, Apostel der Iren
Patrick, Apostel der Iren



Datum: 13.02.2006

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