Jesus Christus lehrt in der römischen Provinz Judäa

 
Ruinen der römischen Stadt
Ruinen der römischen Stadt in Avenches

Das römische Reich
Zur Zeitenwende dehnte sich das Römische Reich über den ganzen Mittelmeerraum aus; auch das Gebiet der heutigen Schweiz gehörte dazu. Verwaltungskunst und Militärmacht der Römer schufen einen zusammenhängenden Staats- und Wirtschaftsraum mit den damaligen Weltsprachen Griechisch und Latein. Die römischen Städte wurden nach einheitlichen Bauplänen errichtet. Gepflasterte Strasse verbanden sie mit den Heerlagern. Namen wie Vindonissa (Windisch), Aventicum (Avenches), Turicum (Zürich) und andere sind noch heute Zeugen dieser Zeit. Eine rund 200jährige Friedensperiode setzte ein, die "Pax Romana".

Jesus Christus lehrt in der römischen Provinz Judäa
In der Provinz Judäa musste sich ein römischer Statthalter um einen delikaten religiösen Aufstand
 
Amphitheater von Vindonissa
Ruinen des römischen Amphitheaters von Vindonissa, Windisch
kümmern. Die jüdischen Religionsgelehrten klagten einen beliebten wunderwirkenden Wanderprediger namens Jesus als Unruhestifter an. Er behaupte von sich, er sei der Sohn Gottes, und das erfülle den Tatbestand der Gotteslästerung. Obwohl der römische Gouverneur Pontius Pilatus keine Schuld an ihm fand, liess er ihn kreuzigen, sein Grab mit einem grossen Stein verschliessen und Wachen davor postieren. Damit war die Ruhe wiederhergestellt - jedenfalls für einige Stunden. Denn am anderen Morgen war der Stein weg, das Grab offen, und der eben noch Tote erschien vielen Menschen als Auferstandener. Jetzt startete eine Bewegung durch, die bis heute nicht zu bremsen ist: das Christentum, der Glaube an Jesus Christus, diesen Sohn Gottes. In der Schweiz waren diese Probleme von Pontius Pilatus in Judäa wohl nur bei der römischen Oberschicht ein Thema. Doch das sollte sich bald ändern. - Das Leben und Wirken von Jesus Christus gehört zu den am besten dokumentierten Geschehnissen der Antike.

 
Brian Deacon
Brian Deacon als Hauptdarsteller im Film "Jesus", Inspirational Films
 
Hauptdarsteller im Film «Jesus»

Kaiseranbetung oder Anbetung von Jesus Christus?
Die römische Staatsreligion festigte das Wirtschafts- und Rechtssystem und diente damit dem ganzen Imperium. Der Kaiser war der oberste Priester. Neben der politischen und militärischen Oberhoheit hatte er damit auch die höchste religiöse Gewalt inne - im wahrstem Sinn des Wortes: Im Jahre 98 nach Christus lässt sich Kaiser Domitian als "Gott und Herr" verehren, beginnt die erste Christenverfolgung und lässt hohe Regierungsbeamte, die Christen waren, hinrichten und verbannen. An Orten wie Pergamon in Kleinasien finden wir Stätten dieses Kaiserkultes, an denen Christen den Tod fanden. Die Bibel beschreibt in Offenbarung 2,13 das Schicksal eines gewissen Antipas, der in Pergamon für seinen Glauben an Jesus Christus umgebracht wurde. Der Altar jener Stadt wurde ausgegraben und kann heute auf der Museumsinsel in Berlin besichtigt werden.

 
Pergamon-Altar in Berlin
Ausgegrabener und rekonstruierter Pergamon-Altar in Berlin

Trotz Verfolgungen wächst die Bewegung
Das römische Imperium nahm die schnellwachsende Bewegung der Christen immer mehr als Bedrohung war und begann sie zu verfolgen und ihre Anhänger töten. Die erste offene Christenverfolgung fand nach dem Brand von Rom im Jahre 64 unter Kaiser Nero statt. Sie erreichen unter seinen Nachfolgern Dominitian (in den Jahren 95 und 96), Marc Aurel (um 170) und besonders noch einmal unter Decius und Diokletan (um 250 bzw. 300 n. Chr.) grausame Höhepunkte. Christen wurden gekreuzigt, gefoltert und den Tieren vorgeworfen. Stephanus war der erste Leiter der Christen, der wegen seines Glaubens an Jesus starb. Es folgten die früheren Jesus-Jünger Jakobus, Thomas, Markus (in Alexandria), Andreas, Matthäus, Philippus und unzählige, namentlich nicht mehr bekannte Christen. Neben Tausenden von weiteren Gläubigen starben in Rom auch Petrus und Paulus, die uns in der Bibel ihre Schriften hinterlassen haben. Doch je mehr die Christen verfolgt wurde, desto schneller wuchs die Bewegung. Auch immer mehr Römer schlossen sich ihr an. Trotz starkem Wachstum war das Römische Reich noch nicht christlich geprägt. "Zu Beginn des 4. Jahrhunderts war die Frage der Religionszugehörigkeit durchaus noch nicht entschieden. Der Wettstreit zwischen den heidnischen Religionen - allen voran der Verehrung des unbesiegbaren (?) Sonnengottes -, den Mysterienkulten und den Philosophenschulen einerseits und dem christlichen Glauben andererseits um den ersten Platz in dem riesigen römischen Reich war offen", schreibt dazu Lutz E. von Padberg.

 
Alexamenos betet seinen Gott an!
Graffiti in einer römischen Katakombe, wahrscheinlich aus dem 2. Jahrhundert - die älteste Darstellung des gekreuzigten Christus. Das Spottbild mit dem Eselskopf trägt den Titel "Alexamenos betet seinen Gott an!"
 
Apostel Paulus auf einem Gemälde
Apostel Paulus auf einem Gemälde
Weiterführende Literatur und Links:

1. Altar von Pergamon: www.smb.spk-berlin.de/charts/pergamon.html
2. Lutz E. von Padberg, Die Christianisierung Europas im Mittelalter, Reclam, Stuttgart 1998
3. Sigmund Widmer, Zürich - eine Kulturgeschichte. Band Ur- und Frühzeit, Artemis-Verlag 1975
4. Peter H. Uhlmann, Kirchengeschichte 1 (KG1) - unveröffentlichtes Kursmanuskript



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